Neue Schwimmhalle entsteht im Leipziger Osten

Neue Schwimmhalle entsteht im Leipziger Osten

Auf dem Otto-Runki-Platz neben der Rabet-Grundschule im Leipziger Osten soll eine neue Schwimmhalle entstehen. Das beschloss am Mittwoch der Stadtrat. Doch können die Sportbäder das Projekt bis 2022 schultern?

Mit Plakaten stellten sich Nachwuchssportler aus Vereinen und aus den Schwimmstützpunkten am Mittwoch vor dem Stadtrat auf: „Mehr Wasserflächen für den Leipziger Schwimmsport“ war da zu lesen. Später sollte die Entscheidung über eine neue Schwimmhalle fallen, die die Sportbäder im Auftrag der Stadt auf dem Otto-Runki-Platz bauen wollen. „Wir brauchen schnell eine neue Halle, ein Mehrzweckbau macht alles komplizierter“, so Günter Fuchs, Geschäftsführer beim Schwimmsportverband. Eine Kombination der Halle mit einem Altenheim oder einem Kindergarten bedeute viele Risiken, die den Bau jahrelang verzögern oder gar verhindern können. Völlig unklar sei, ob der Freistaat das Projekt finanziell fördert.

Der Beschluss über den Standort war im Oktober 2016 gescheitert, weil Stadträte, hauptsächlich die Grünen, darauf gedrängt hatten, einen Mehrgeschosser mit verschiedenen Funktionen zu errichten. Ihr Argument: Innerstädtische Bauareale werden immer knapper. Hinter den Kulissen wurde eifrig nach einer Lösung gesucht. Der Schwimmverband hatte im Dezember vorgeschlagen, ergebnisoffen zu prüfen, ob eine neue Halle als Nachbarbau zur vorhandenen Halle Kolmstraße errichtet werden kann. Das könnte Konflikte zwischen öffentlichem Schwimmen und Vereinstraining lösen helfen, hieß es. Doch Stadträte lehnten dies ab. „Das wäre nur eine Notvariante. Wir wollen kurze Wege in der ganzen Stadt“, so Michael Schmidt (Grüne).

Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) hält am Otto-Runki-Platz fest, strebt eine „Mehrzweck-Nutzungsmischung durch mehrgeschossiges Bauen“ an. Andere Varianten im Osten, kritisierte Jens Lehmann (CDU), wurden nicht geprüft. AfD-Stadtrat Tobias Keller lehnte den „ideologischen Prachtbau“ ab, der auf Wünsche der Grünen zugeschnitten worden sei. SPD, Linke und Grüne sprachen sich aber gemeinsam für den Otto-Runki-Platz aus. „Das Projekt könnte Vorbildcharakter für künftige Bauvorhaben haben – im Sinne eines flächensparenden Bauens“, so Tim Elschner (Grüne). Adam Bednarsky (Linke) plädierte dafür, zeitnah den Bau einer weiteren Halle im Süden anzuschieben: „Wir haben das ehrgeizige Ziel, bis 2024 zwei Hallen zu eröffnen.“ Das Vorhaben im Osten wurde letztlich mit 41 Ja- gegen 23-Nein-Stimmen beschlossen.

Die Halle neben der Rabet-Grundschule wird frühestens 2022 fertig. Geplant: ein Wettkampfbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen, Lehr- sowie Kinderbecken, vielleicht Tribüne und Sauna. Baubeginn: 2020, vorher gibt es einen Architekturwettbewerb, damit sich alles gut ins Viertel einfügt. Bei dem Mehrzweckbau soll es energieeffizient und ökologisch zugehen. Andere Nutzungsmöglichkeiten werden geprüft. Offen bleibt die Finanzierung. „Die Sportbäder schaffen das allein nicht“, so Roland Schröter, Wasserballer beim HSG TH Leipzig. Dem Verein wurden Hallenzeiten gestrichen, weil jene in der Kirschbergstraße modernisiert wird. „Wir brauchen schnell mehr Wasserflächen.“.

von Mathias Orbeck

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